Fasertypen

Fasertypen

Übersicht unserer Fasertypen

 

Monofilamente
Einige vergleichsweise dicke Fasern (Ø 0,3 mm) werden dem Flechtprozess parallel zugeführt.

Multifilamente
Viele sehr dünne Fasern (0,001 mm) werden während des Flechtprozesses als Bündel verwendet. Dies ist der für Yachttauwerk am häufigsten verwendete Konstruktionstyp.

Texturierte Fasern
Die Fasern liegen nicht parallel in dem Bündel, sondern weisen eine mehr oder weniger zufällige Anordnung auf. Daher ist die Oberfläche des Faserbündels verhältnismäßig rau.

 

Ausgangsmaterialien im Detail

 

Polyethylen = Dyneema®

Der niederländische Chemiekonzern DSM verändert Polyethylen auf molekularer Basis und dreht die Fasern zusätzlich in eine Richtung. Das Ergebnis ist das Material Dyneema® welches erhöhte Bruchlasten (niedrigste Bruchdehnung bei Synthetikfasern) und verringerte Dehnung aufweist. Außerdem hat Dyneema® ein sehr niedriges spezifisches Gewicht, welches der Faser Schwimmfähigkeit, eine gute Abriebfestigkeit und Sonnenlichbeständigkeit verleiht. Der einzige Nachteil, den Dyneema® aufweist, ist das Kriechen. Dies bedeutet, dass unter Belastung eine dauerhafte Dehnung eintritt. Aufgrund der überzeugenden Vorteile ist Dyneema® die am häufigsten verwendete High-Tech-Faser im Yachtbereich und wird besonders als Kernmaterial in High-Tech-Tauwerk eingesetzt. Der Kern trägt die Last, während der Mantel lediglich als Schutz gegen Abrieb und Lichteinwirkung dient. Daher kann der Mantel von den Seilenden entfernt werden, ohne die Bruchlasten zu verringern. Aus diesem Grund kann Dyneema® für alle hochwertigen Produkte wie Schoten, Fallen und Trimmleinen eingesetzt werden.

 

Aramid = Kevlar®, Twaron® oder Technora®

Der japanische Firma Teijin produziert die Fasern Twaron® und Technora®, der US-amerikanische Konzern DuPont stellt Kevlar® her. Bei allen Produkten handelt es sich dabei um eine Para-Aramid-Faser hergestellt aus Co-Polymeren. Im Yachttauwerksbereich wird diese Faser vor allem wegen seiner Dehnungsfreiheit, den höchsten Bruchlasten und der äußerst hohen Temperaturbeständigkeit geschätzt. Dies macht sie zur idealen Mantelfaser für Winschen. Von der Verwendung auf Stoppern ist jedoch abzuraten, da die Faser nur eine geringe Widerstandsfähigkeit gegen Biegung über scharfe Kanten vorweist. Ein weiterer Nachteil ist die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht.

 

Polyester (PET oder PES)

Polyester bietet sehr viele chemische sowie physikalische Vorteile. Es zeichnet sich durch verhältnismäßig gute Bruchlasten und Dehnungsarmut sowie Meerwasserbeständigkeit, gute Abriebfestigkeit bei sowohl trockenen als auch nassen Bedingungen und gute Beständigkeit gegen Sonnenlicht aus. Wegen dieser Vielfältigkeit wird daher bei der Herstellung von Yachttauwerk oft auf PES zurückgegriffen. Im Cruising-Bereich wird es sowohl als Kern- als auch als Mantelmaterial eingesetzt für Fallen, Schoten und Festmacher. Wegen der hohen Dichte des Materials und der Sinkbarkeit kann es sogar als Ankerleine eingesetzt werden. Bei High-Tech-Anwendungen dient es oft als Mantelmaterial um die Kerne aus empfindlicheren Fasern vor UV-Strahlung zu schützen.

 

Polyamid (PA)

Polyamid weist, abgesehen von einer hohen Bruchlast und hoher Dehnung, eine besondere Eigenschaft auf: Abriebfestigkeit, die unter nassen Bedingungen besser ist als unter trockenen, da die Faser bis zu 7 % Wasser aufnehmen kann. Aus diesem Grund werden Seile aus PA auch sehr häufig als Festmacher und Ankerleinen verwendet. Bei zu langem Kontakt mit Wasser kann das Material jedoch steif werden. Ein weiterer Nachteil gegenüber Polyester ist auch noch die verhältnismäßig geringere UV-Beständigkeit. Aus diesem Grund wird Polyamid auch zunehmend durch Polyester abgelöst.

 

Polypropylen (PP) = XLF

PP ist äußerst leicht und sogar schwimmfähig und weist ausreichend Abriebfestigkeit und Temperaturbeständigkeit vor. PP wird für die einfachen Anwendungen im Segelbereich eingesetzt. Wegen der relativ hohen Dehnbarkeit ist Polypropylen ein beliebter Werkstoff für Universalleinen, Towing Lines und einfache Festmacher, jedoch kaum im High-Tech-Bereich vorzufinden.

 

 

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